Osterburg Trio

Osterburg Trio

 

„For a While“ 2007, „Inside Out“ 2010 und nun seine aktuelle CD „Preferences“, wieder im Stammtrio mit André Neygenfind, b, und Eddie Filipp, dr und auch noch das, was längst unmöglich schien: eine Steigerung, ein noch besseres Album, neun Eigenwerke mit wieder schier endlos fesselnden Improvs, in denen sich nicht ein Klichee verliert, kein Lick, kein gar nichts – phänomenal. Das ist Jazz, Gitarrenjazz, den man wahrhaftig in vollen Zügen und mit ganzer Hingabe genießen kann, weil er bei aller Eigenköpfigkeit seines Erfinders und trotz der wie von letzten Fesseln harmonischer Regelwerke befreiten Linien und blitzschnell unterlegten Akkorden niemals Befremden erzeugt, niemals skeptische Distanz, sondern ins musikalische Geschehen hineinsaugt wie ein Weltklasse-Thriller. Und das wohlgemerkt „nur“ im Trio. Dietmar Osterburgs Jazz, sein Gitarrenspiel, seine Kompositionen, das sind außerordentliche Kunstwerke. Und der Mann dahinter, dessen harmonisches Denken und Umsetzen so regellos und deshalb kaum greifbar scheinen mag, der ist ein bewundernswerter Querkopf und wahrhaft ein Individualist, ein Anti-Eklektiker, dessen Musiksprache und -denken sich als so schlüssig erwiesen, weil sie seiner bärenstarken inneren Logik folgen. / Alexander Schmitz (Jazzpodium)


Album

A5019 :: Osterburg Trio :: Preferences
Preferences
Osterburg Trio

Reviews

CD Preferences:
"Schon im Titelstück „Preferences“ beeindruckt, dass in all diesem prallvollen Triogeschehen immer noch so viel Atem-Luft, so viel Raum zwischen all den Tönen und aufgebrochenen hochmodernen Akkorden bleibt. „Transition“ ist ein mächtiger Abräumer, die Stücke „Gone“ (mit einem Top-Solo von Neygenfind) und später „Candle“ sind akustische Medaillons, „What else?“ ist die verzerrte, rummsende Verführung des Metal-Rock in die glorios funktionierende Welt des Braunschweigers, „Pictures“ treibt alles auf die Spitze, was „typisch Osterburg“ bedeutet. Oder in „Waiting“ zeigt er mit angemessenem elektronischen Equipment, wie man Top-Jazz spielen kann, ohne als 1384. Metheny-Klon weggelächelt zu werden. Merke: Bei Osterburg ist fast alles anders. Fast. Und genau dieses „Fast“ ist, was ihn vor jeglichem Wegglitschen in die Fallgrube des anarchischen Free Jazz bewahrt. Er ist way out und doch ganz hier. Im Fremden, ohne das Vertraute wirklich aufzugeben, Mehr Jubel ist nicht. Geht nicht."
JAZZPODIUM

CD Preferences:
"Neun Jahre gibt es das Trio um den Braunschweiger Gitarristen Dietmar Osterburg bereits. Eine Zeit, in der die drei Musiker eine Vertrautheit im Zusammenspiel entwickelthaben, das dem Material, das sie seitdem als Band spielen, gut bekommt. Es sind zumeist Stücke des Leaders, die in der Tradition der Jazzgitarre wurzeln, ohne die Moderne der improvisierten Musik aus dem Blick zu lassen. André Neygenfind setzt auf dem Kontrabass seinen warmen, holzigen Sound für eine variantenreiche harmonische Grundierung ein und Eddie Filipp umzirkelt den beat mit federndem Spiel auf dem Drumset. Osterburg nutzt diese Basis für originelle melodische Single-Note-Ketten, mit denen er die Dialekte der „Altvorderen“ der Jazzgitarre konturiert und kantig in die eigene Sprache transformiert."
JAZZTHING